MOIN &  SHALOM

INTRO -

 

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1.34-min.-Video von Susanne Siegert (TikTok & Instagram):                                                                   

Ab Herbst 1942 gerät meine Tante Erna Kronshage in eine insgesamt 484 Tage andauernde Leidenskette, in der sie nach einer fraglichen »Schizophrenie«-Diagnose zunächst im August 1943 zwangssterilisiert – und schließlich im Februar 1944 mit 21 Jahren in einer »Euthanasie«-Tötungsanstalt im damals kriegsbesetzten Polen ermordet wird.

 

Von 1933 bis 1945 werden zudem in deutschen Landen und weiteren annektierten Gebieten neben den millionenfachen Holocaust-Gräueltaten insgesamt mehrere hunderttausend staatlich gelenkte und ärztlich verordnete Eugenik- & Psychiatrie-Gewalttaten begangen – die in den weiteren Abschnitten dieser Website mit in den Blick genommen, erörtert, bewertet und bedacht werden . . .

 

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ERNA KRONSHAGE

 

Leben & Vernichtung

 

 

27-teilige Collage 

ERNA KRONSHAGE

 

 

M E M O R I A L

 

 

11-teiliges Ge(h)-Denken & Er-Innern

 

›EUTHANASIE‹

 

 

Die Fakten

 

 

15 Themen-Abschnitte

 

›EUTHANASIE‹

 

 

Online-Projekte

 

 

37 Teile

 

 

A K T E N -

E I N S I C H T

 

 

Arbeitskopie

zum Einblick in die komplette 
Erbgesundheitsgerichts-Akte
von 1943

 

im Verfahren

zur Zwangssterilisation Erna Kronshage


aus dem Bestand des Stadtarchivs Bielefeld - Gesundheitsamt

 

  • Die Arbeitskopie wurde erstellt ca. 1990 im Stadtarchiv Bielefeld am Fotokopier-Automat – aus dem Bestand 106,1/Gesundheitsamt, Nr. 1970 - eingescannt 2020
  • Die komplette Arbeitskopie einer Erbgesundheitsgerichtsakte von 1943 zur Zwangssterilisation ist im Netz wahrscheinlich ein Novum – und gibt einen ungeschminkten Einblick in die (Un-)Rechtssprechung und den ad-hoc-Entscheidungen von damals.
  • Sie ist auch eine lückenlose Dokumentation der Einspruchsschreiben von Erna's Vater Adolf Kronshage – meinem Großvater – an die Anstalt und an die Erbgesundheitsgerichte in den verschiedenen Instanzen.
  • Die Akte bildet in etwa die ersten 288 Tage des Gesamt-Desasters um Erna Kronshage ab – die Zeitspanne von der Einweisung Ende Oktober 1942 bis zur Euthanasie-Ermordung in der Vernichtungsanstalt Tiegenhof in Gnesen umfasst insgesamt 484 Tage.
  • Von den letzten 200 Tagen des Martyriums gibt es – bis jetzt – außer den Sterbeurkunden, handschrift-lichen Sterbe-Tagebuch-Eintragungen und den Eintragungen im Kirchenbuch keine amtlichen reproduzierbaren Dokumente – nur die Recherchen und Querverweise in der einschlägigen historischen Literatur belegen diese Zeit - bis zum Ende . . .                                                                     >>> click zur Kopie

 

 

       »Die Vergangenheit ist niemals tot.

           Sie ist nicht einmal vergangen.«

 

             

                William Faulkner

 

An einem einzigen Durchführungs-Verfahren

zu diesen staatlich verordneten Eugenik-Verbrechen sind jeweils mindestens zehn bis fünfzehn Personen arbeits-teilig eingebunden, beteiligt oder mit betroffen: z.B. Ärzte, Richter, Amtsinhaber vor Ort, Ortsfürsorgerinnen, NS-Volkspflegerinnen, Staatsanwälte, Polizisten – Beamte, Bedienstete und Sachbearbeiter in einer Vielzahl von zuständigen Ämtern und Verwaltungen der beteiligten Institutionen – Krankenpflege- und Medizinalpersonal, Fahrdienstleiter, Zugführer, Busfahrer – aber ebenso natürlich auch ängstlich-schamhaft wegschauende, schweigende, gleichgültige oder abgelenkte und überforderte geplagte Angehörige, Nachbarn und sonstige Bezugspersonen – Mitmenschen also wie du und ich. 

 

Und das rechnet sich hoch zu mehr als drei bis vier Mio. Mitwissende aus den Reihen der damaligen »Reichs-bürger« quer durch die Mitte der Gesellschaft – bei über acht Mio. freiwillig eingetretenen NSDAP-Parteimit-gliedern – von knapp achtzig Mio. damaligen Einwohnern insgesamt. 

 

Und wie viele beteuerten und versichern immer noch, von »nichts gewusst« und »nichts mitbekommen« zu haben.

 

       »Sofern es überhaupt ein ›Bewältigen‹

           der Vergangenheit gibt,

           besteht es im Nacherzählen dessen,

           was sich ereignet hat.«

   

              Hannah Arendt

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