»EUTHANASIE«-VERBRECHEN ·  ERNA KRONSHAGE 

I N F O T H E K  ·   D O K U M E N T A T I O N  ·  R E P O R T  ·   R E F L E X I O N  ·  G E D E N K E N  ·  O N L I N E - P R O J E K T E

 

MOIN &  SHALOM

INTRO

 

Diese Website skizziert das kurze Leben und die plötzlich einsetzende 484 Tage andauernde systematische Vernichtung meiner Tante Erna Kronshage (geboren 1922).

 

Wohl gegen den ausdrücklichen Willen ihrer noch sorgeberechtigten und auf ihre Mithilfe angewiesenen Eltern – doch auf Anweisung durch die von der NSV eingesetzte Orts-Volkspflegerin in Absprache mit dem zuständigen amtsärztlichen Dienst – lässt sich Erna darauf ein, sich ab dem 24.10.1942 nach kriegsbedingt auftretenden akuten Überforderungsphasen in die »Heil«-Anstalt Gütersloh der NS-Psychiatrie polizeilich zwangseinliefern zu lassen – zur Wiederherstellung ihrer Arbeitskraft für die jetzt im Krieg unumgänglichen Dienstaufgaben als eine im landwirtschaft- lichen elterlichen Betrieb fest eingebundene mitarbeitende »Haustochter« – im damals zwingend vorgeschriebenen »Pflichtjahr«.

 

Dort in der Anstalt Gütersloh aber – Schlag-auf-Schlag – wird sie von den dort tätigen NS-Psychiatern mit »Schizophrenie« diagnostiziert:

 

Darüberhinaus werden auf dieser Website in verschiedenen Themenabschnitten und verlinkten Online-Projekten die Ideologien und Praktiken zu diesen mehreren hunderttausendfachen deutschen Eugenik-Verbrechen insgesamt in den Blick genommen – und die gesellschaftlichen Wahrnehmungen, das Beschweigen und die Verdrängungen, Irrtümer, Bewertungen sowie die mittlerweile vielgestaltigen Aufarbeitungs- und Erinnerungsversuche dazu.

 

Damit sich Abläufe und Geschehnisse vor mehr als 80 Jahren auch nur in etwa heutzutage vergegenwärtigen und wahrnehmen lassen, werden neben Original-Fotos und überlieferten Doku-Materialien auch weitere »bildgebende Verfahren« und digitale Online-Darstellungen mit einbezogen –

 

    • das Vergangene virtuell in Szene gesetzt, um ihm im Hier & Jetzt                   nachzuspüren . . .

 

     je gestern   desto heute   umso morgen 

MOIN &  SHALOM

INTRO

 

Diese Website dokumentiert das kurze Leben und die 484 Tage dauernde systematische Ermordung meiner Tante Erna Kronshage (geboren 1922).

 

Gegen den Willen ihrer Eltern, die das Sorgerecht besitzen und ihre Mithilfe benötigen, wird Erna am 24.10.1942 in die Heilanstalt Gütersloh polizeilich zwangseingewiesen.

 

Die Orts-Volkspflegerin der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV) ordnet das in Absprache mit dem zuständigen amtsärztlichen Dienst so an - und so wird die Einwilligung der Eltern umgangen.

 

Zuvor zeigt Erna kriegsbedingte akute Überforderungserscheinungen. Die Einweisung soll ihre Arbeitskraft wiederherstellen. Erna arbeitet als Haustochter im landwirtschaftlichen Betrieb ihrer Eltern und leistet dabei das gesetzlich vorgeschriebene Pflichtjahr ab.

 

In der Anstalt Gütersloh diagnostizieren die dortigen NS-Psychiater jedoch umgehend eine Schizophrenie. Es folgt die serienmäßige Behandlung mit Schocktherapien sowie die Zwangssterilisation durch Beschlüsse der „Erbgesundheitsgerichte“ in zwei Instanzen.

 

Nach der Internierung, Selektion und Abschiebung wird Erna am 19. oder 20. Februar 1944 im Zuge der „Euthanasie“-Aktionen in einer Tötungsanstalt im besetzten Polen unter deutscher Besatzung ermordet.

 

Zudem stellt diese Website in verschiedenen Themenabschnitten und verlinkten Online-Projekten die Ideologien und Praktiken dieser mehreren hunderttausendfachen deutschen Eugenik-Verbrechen dar. Sie thematisiert die gesellschaftliche Wahrnehmung, das Beschweigen, die Verdrängung, Irrtümer und Bewertungen sowie die aktuellen vielfältigen Aufarbeitungs- und Erinnerungsversuche.

 

Um die Abläufe und Geschehnisse von vor über 80 Jahren heute nachzuvollziehen, zeigt die Website neben Original-Fotos und überlieferten Dokumenten auch weitere generierte bildliche Darstellungen.

 

    • das Vergangene virtuell in Szene gesetzt, um ihm im Hier & Jetzt                   nachzuspüren . . .

 

     je gestern   desto heute   umso morgen 

Erna Kronshage

 

Leben & Vernichtung

 

Erna Kronshage

 

 I N   M E M O R I A M

 

»Euthanasie«

 

Die Fakten 

 

»Euthanasie«

 

32 Online-Projekte &

Themen-Ausstellungen

An einem einzigen Durchführungs-Verfahren

 

zu diesen staatlich verordneten Eugenik-Verbre-chen sind jeweils mindestens zehn bis fünfzehn Personen arbeitsteilig eingebunden, beteiligt oder mit betroffen: z.B. Ärzte, Richter, Amtsinhaber vor Ort, Ortsfürsorgerinnen, Staatsanwälte, Polizisten – Beamte, Bedienstete und Sachbearbeiter in einer Vielzahl von zuständigen Ämtern und Verwaltungen der beteiligten Institutionen – Krankenpflege- und Medizinalpersonal, Fahrdienstleiter, Zugführer, Busfahrer – aber ebenso natürlich auch ängstlich-schamhaft wegschauende, schweigende, gleichgültige oder abgelenkte und überforderte geplagte Angehörige, Nachbarn und sonstige Bezugspersonen – Mitmenschen also wie du und ich. 

 

Und das rechnet sich hoch zu mehr als drei bis vier Mio. Mitwissende aus den Reihen der damaligen »Reichs-bürger« quer durch die Mitte der Gesellschaft – bei über acht Mio. feiwillig eingetretenen NSDAP-Parteimit-gliedern – von knapp achtzig Mio. damaligen Einwohnern insgesamt. Und wie viele beteuerten und versichern immer noch, von »nichts gewusst« und »nichts mitbekommen« zu haben.

ZITATE

 

»Sofern es überhaupt ein ›Bewältigen‹ der Vergangenheit gibt, besteht es in dem Nacherzählen dessen, was sich ereignet hat; aber auch dies Nacherzählen, das Geschichte formt, löst keine Probleme und beschwichtigt kein Leiden, es bewältigt nichts endgültig. Vielmehr regt es, solange der Sinn des Geschehens lebendig bleibt ... zu immer wiederholendem Erzählen an.«           H A N N A H    A R E N D T

                                                                     

                                                                                                                                                                                      

»Erinnerungskultur ist schon als Begriff eine Nebelkerze, die uns entlasten soll. Wenn man ihn verwendet, muss man ihn sauber verwenden. Er ist definiert mit dem kommunikativen Gedächtnis – und vor allem auch: mit Inhalten, die erinnert werden. Aber die Nazigeneration hat kaum etwas erzählt, die Kinder haben kaum etwas gehört, den Enkelkindern wird auch nichts erzählt. Wenn es also eine deutsche Erinnerungskultur gäbe, dann ist sie ein schwarzes Loch. ...  Und ich behaupte auch, ... dass diese mangelnde Empathie damit zu tun hat, dass das Kellergeschoss der Familiengeschichten nie gebaut wurde. Man hat das Gefühl: Dieses deutsche Haus, von dem wir reden, es steht auf schwankendem Boden.«                  M I C H E L   F R I E D M A N

 

                                                                       

                                                                                                             

»Die Vergangenheit ist vorbei, und doch tragen wir im Jetzt unseres Seins vieles aus der Vergangenheit mit uns, doch nur soweit wir unerledigte Situationen haben. Was in der Vergangenheit geschah, wurde entweder assimiliert und zu einem Teil von uns, oder wir tragen es als unerledigte Situation, als unvollendete Gestalt mit uns herum.«                                                                                                     F R I T Z   P E R L S

 

 

»Das Vergangene ist nie tot, es ist nicht einmal vergangen.«                                                                                        W I L L I A M   F A U L K N E R

 

 

»Das Vergessen der Vernichtung ist Teil der Vernichtung selbst.«                                                                                              H A R A L D   W E L Z E R   N A C H                                                                               J E A N   B A U D R I L L A R D

 

 

 

EDWARD WIEAND WEBSITE

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