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Resolution: Schutz der Senne ist ein demokratisches Großprojekt – die richtige Schutzkategorie ist der Nationalpark

 

Der Förderverein Nationalpark Senne-Eggegebirge begrüßt die Fortsetzung einer Diskussion über die Folgenutzung des Truppenübungsplatzes Senne nach Abzug des britischen Militärs.

 

Der Förderverein strebt eine ökologisch und ökonomisch tragfähige Lösung an, die es der heimischen Bevölkerung ermöglicht, die Sennelandschaft, die großflächig und relativ unversehrt nur noch auf dem Truppenübungsplatz erhalten ist, nach 120 Jahren Aussperrung endlich wieder als Heimat erleben zu können. Mit einem Nationalpark Senne wäre das möglich. Auf Wander-, Rad- und Reitwegen, die durch ein Landschaftsmosaik von Mischwäldern, Heide, Fließgewässern und Dünenzügen führen, würde eine Vielfalt von Naturerlebnissen geboten. Denn wo sich Natur frei entfalten kann, zeigt sie ihre ganze Schönheit und ihren Reichtum. Für die Gesundheitsregion der Kuren und Bäder wäre der Nationalpark ein hochwillkommener Wirtschaftsfaktor und für die ganze Region ein Tourismus- und Imagegewinn.

Die Resolution wurde auf der Jahresmitgliederversammlung am 25.05.2013 einstimmig verabschiedet

Grundsätzlich ist das nach Gutachten des Landes und Auskunft der Landesregierung auch bei paralleler militärischer Nutzung des TÜP durch die Bundeswehr realisierbar; zumal wenn die übende Truppe von derzeit zusammen 14.000 durch britischen Abzug und bereits beschlossene Reduzierung der Bundeswehr im Standort Augustdorf auf nur noch 2.400 Soldaten schrumpft. So ist kaum noch damit zu rechnen, dass die Bundeswehr das gesamte Terrain von 11.640 ha zusätzlich zum Augustdorfer Standortübungsplatz Stapel für Übungszwecke benötigt und finanzieren kann. Der Förderverein erwartet deshalb, dass die Landesregierung darauf drängt, dass diese Fragen transparent und nachvollziehbar geklärt werden. Immerhin hat die Bundeswehr offensichtlich einen Überfluss an Übungsfläche, NRW hat aber nur ein Naturjuwel, das so einzigartig ist wie die Senne. Nur abzuwarten, wie die externen Entscheidungen ausfallen, läuft darauf hinaus, dass die Landesregierung sich in einer ökologisch existenziellen Frage ihrer Gestaltungsaufgabe schlichtweg entzieht und dabei ignoriert, dass 86% der Bevölkerung in NRW – so das Ergebnis einer repräsentativen EMNID-Umfrage von Oktober 2012 – einen Nationalpark im Senne-Gebiet wollen.

Derzeit hat es den Anschein, dass es bei der Landesregierung eine Art Arbeitsteilung gibt, bei der die ökologischen Themen per „Zuständigkeit“ den „Grünen“ zufallen. Wir erwarten aber, dass ein Projekt von gesamtstaatlicher Bedeutung wie der Nationalpark, das rechtlich und politisch in die Zuständigkeit der Landesregierung fällt, von dieser auch als ganzer und geschlossen vorangebracht wird – so wie es im Koalitionsvertrag auch vereinbart wurde. Da erkennen wir aber noch große Defizite. Der Weg zur Errichtung eines Nationalparks Senne erfordert das Engagement der Landesregierung NRW und auch des Landesparlaments, zugleich aber auch eine konstruktive, die Parteien übergreifende Willensbildung im Land und insbesondere in der Region. Dafür wird sich der Förderverein weiterhin einsetzen und die Zusammenarbeit mit allen gesellschaftlichen Gruppen suchen, die bereit sind, mit dem Nationalpark dem Schutz der Natur zum Wohl der Menschen und der Region eine Chance zu geben.

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Senne kann wieder Heimat für Mensch und Natur werden

 

Am Ende des Kalten Krieges, nach dem Abzug der sowjetischen Truppen aus Deutschland schien es so, dass auch der Truppenübungsplatz Senne nicht mehr benötigt würde. Dieser überaus artenreich erhaltene Rest der einstigen Sennelandschaft sollte den Menschen unserer Region als Teil ihrer Heimat, der ihr mehr als 100 Jahre verschlossen blieb, in Form eines Nationalparks endlich wieder zugänglich gemacht werden. Das beschloss der Landtag 1991 und 2005 einstimmig. Aber erst jetzt, nach der Ankündigung, dass die britischen Truppen sich bis spätestens 2018 aus der Senne komplett zurückziehen werden, wird der Weg dahin frei: „Die Senne kann jetzt wieder zur Heimat von Mensch und Natur werden“, hofft Erdmute von Voithenberg, die Vorsitzende des Fördervereins Nationalpark Senne-Eggegebirge. Grund für diese Hoffnung sieht sie auch darin, dass zeitgleich zum britischen Abzug auch die in Augustdorf stationierte Bundeswehr von 4.000 Soldaten auf 2500 reduziert werden soll. Selbst bei einer Ausweitung des Standortübungsplatzes Stapel auf den Truppenübungsplatz Senne wäre bei der Fläche von 10.000 Hektar nach Meinung des Fördervereins Platz für Beides: für die Bundeswehr und einen Nationalpark.

Prof. Karl A. Otto, Ko-Vorsitzender des Fördervereins, sieht jetzt die Landesregierung in der Verantwortung für den dauerhaften Erhalt und Schutz der Sennelandschaft: „Vorrangig ist jetzt, die frei werdenden Senneflächen vor Nutzungsinteressen zu schützen, die im Widerspruch zu den Schutzzielen des Nationalparks stehen. Dafür muss das Land jetzt zügig das Landschaftsgesetz novellieren, um sich nach dem Muster des Bundesnaturschutzgesetzes ein Vorkaufsrecht für diese Flächen zu sichern. Auf dazu geeigneten Flächen kann auch jetzt schon bei laufendem Übungsbetrieb die wirtschaftliche Nutzung eingestellt und das jetzigen Gebietsmanagement nationalparkkonform ausgerichtet werden.“